Haushaltshilfe einstellen: Wann besteht ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis?

Ob Sie eine Haushaltshilfe einstellen und anmelden müssen, ist nicht immer auf Anhieb ersichtlich, denn eine gesetzliche Definition, was unter einem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis verstanden wird, gibt es nicht. Jedoch ist klar, dass ein Bezug zum Haushalt vorhanden sein muss. Meist handelt es sich dabei um Tätigkeiten, die üblicherweise von einem Mitglied der Familie ausgeführt werden. Hierbei handelt es sich meist um Aufgaben wie:
• Kochen
• Spülen
• Reinigungsarbeiten
• Gartenarbeit
• Erledigungen wie Einkäufe
• Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen
Steuerrechtlich müssen Sie als privater Arbeitgeber einige rechtlichen Bestimmungen beachten, wenn Sie eine Haushaltshilfe einstellen. Oder interessieren Sie sich für einen Privatkoch, eine Nanny oder einen Butler?

Rechner und Steuerformulare

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Haushaltshilfe einstellen: So wird es richtig gemacht!

Private Arbeitgeber, die Ihr Hauspersonal legal einstellen, werden nicht nur mit einem ruhigeren Gewissen belohnt, sondern auch mit einer attraktiven Steuerentlastung. Demzufolge belohnt das Finanzamt den Bürger für seine Ehrlichkeit und seinen guten Willen mit einer attraktiven Steuerermäßigung. Damit wird der Schwarzarbeit in Privathaushalten in beachtlichem Maße entgegengewirkt. Bedenkt man auch die vielen Vorteile die dadurch für Arbeitgeber und Haushaltshilfen entstehen, lohnt sich eine Anmeldung allemal. Ferner müssen sich Privatarbeitgeber im Falle eines Haushaltsunfalls keine Sorgen über die Erstattung hoher Krankenbehandlungskosten und der Rentenversicherung machen. Privatarbeitgeber, die eine Haushaltshilfe einstellen, versichern diese automatisch in der Unfall- und Rentenversicherung. Doch hierbei muss der private Arbeitgeber keine horrenden Kosten befürchten, denn die Beiträge sind für ihn wesentlich geringer als für gewerbliche Arbeitgeber. Wenn Sie eine Haushaltshilfe einstellen, ersparen Sie sich eine Menge Sorgen und vor allem Steuern. Als privater Arbeitgeber können Sie sogar zwischen zwei verschiedene Möglichkeiten wählen, wie Sie Ihre Haushaltshilfe einstellen. Entweder Sie wählen eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung oder den Minijob für Ihre Haushaltshilfe. Darüber hinaus kann die Haushaltshilfe auch als Selbstständige arbeiten und Rechnungen schreiben. Die Vielfalt der Möglichkeiten stellt private Arbeitgeber vor neue Herausforderungen bei der richtigen Entscheidung, wie sie Ihre Haushaltshilfe einstellen. Letztendlich ist die Höhe der Sozialabgaben abhängig von der Art der Anstellung und der Höhe des Einkommens. Je nach Beschäftigungsverhältnis beläuft sich auch die Steuerermäßigung auf unterschiedliche Summe. Im Folgenden werden einige Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnisse vorgestellt. Dies sollte Ihnen die Entscheidung, wie Sie Ihre Haushaltshilfe einstellen, ein Stück weit erleichtern.

Haushaltshilfe einstellen: Festanstellung

Wenn die Tätigkeit sich über Einnahmen von 450 Euro beläuft, ist die Grenze des sogenannten Minijobs überschritten. In diesem Fall liegt ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor. Der bürokratische Arbeitsaufwand ist um einiges höher für den Arbeitgeber, als beispielsweise bei einer Minijobtätigkeit. Jedoch können Sie als Arbeitgeber im Jahr maximal 20.000€ der Ausgaben bei der Steuererklärung geltend machen. Demzufolge besteht ein Steuervorteil von bis zu 4.000€. Der hohe bürokratische Aufwand ist demzufolge ein entscheidender Faktor für die Entscheidung, wie Sie Ihre Haushaltshilfe einstellen. Anders als bei einem Minijob kann Ihre Haushaltshilfe nicht über die Minijob-Zentrale angemeldet werden. Wer eine sozialversicherungspflichtige Haushaltshilfe einstellen möchte, muss den entsprechenden Arbeitgeberbeitrag an die zuständige Krankenkasse und die Sozial-versicherung zahlen.

Haushaltshilfe einstellen: Minijob

Wer den bürokratischen Aufwand umgehen will, aber dennoch eine Haushaltshilfe einstellen möchte, sollte die Minijob-Basis wählen. Über die Webseite der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See in Essen (Minijob-Zentrale) muss der Arbeitgeber die Haushaltshilfe über ein Haushaltscheckverfahren anmelden. Der Haushaltscheck steht online als Download zur Verfügung und muss von beiden Parteien unterschrieben an die Minijob-Zentrale zurückgesendet werden. Er gilt gleichzeitig als Lastschriftermächtigung für die Zahlung der monatlichen Abgaben. Nach der Anmeldung übernimmt die Minijob-Zentrale alles Weitere für Sie und alle weiteren Meldungen an andere Behörden entfallen. Diese Pauschalbeträge belaufen sich auf insgesamt 14,44% des Lohns. Private Arbeitgeber zahlen dabei geringere Beiträge als gewerbliche Arbeitgeber. Ein weiterer attraktiver Vorteil ist, dass der Arbeitgeber die Ausgaben am Jahresende bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen kann. Bei der Steuererklärung können 20% der Ausgaben geltend gemacht werden, maximal aber 510€ jährlich oder 42,50€ monatlich. Als Nachweis erhalten Sie von der Minijob-Zentrale eine Bescheinigung über die erbrachten Leistungen und Ausgaben. Bei Einnahmen bis rund 200€ im Monat übersteigt der Steuervorteil sogar die Summe der Arbeitnehmerabgaben. Wer seine Haushaltshilfe einstellen und ordnungsgemäß versichern möchte, sollte den Weg über das Minijob-Beschäftigungsverhältnis gehen.

Eine Anmeldung über die Minijob-Zentrale kann erfolgen, wenn eine Haushaltshilfe in einem Privathaushalt haushaltsnahe Tätigkeiten auf Minijob-Basis mit höchstens 450€ monatlich ausübt. Hierbei muss auch der aktuell geltende Mindestlohn von 8,84€ beachtet werden. Bei diesem Minijob im Privathaushalt handelt es sich um eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Nach aktueller Gesetzeslage ist der Minijobber auch rentenversicherungspflichtig, allerdings kann er dem innerhalb von 6 Wochen widersprechen. Andernfalls leistet der Arbeitgeber 5% und der Arbeitnehmer 13,7%.

Pauschalabgaben im Jahr 2017

Art der Abgabe Prozentsatz
Krankenversicherung 13%
Gesamtbeitrag Rentenversicherung 18,7%
Umlage 1 (U1) 0,90%
Umlage 2 (U2) 0,30%
Insolvenzgeldumlage 0,09%
Pauschsteuer 2%

Haushaltshilfe einstellen: Als Selbstständige auf Rechnung

Selbstverständlich ist diese Art des Beschäftigungsverhältnisses die günstigste Variante für den Arbeitgeber, da alle Ausgaben von der Haushaltshilfe selbst oder von einer Agentur getragen werden. Daher muss sich der Arbeitgeber keine Gedanken machen, wie er seine Haushaltshilfe einstellen kann und dabei alle rechtlichen Bedingungen beachtet. Oftmals sind die Haushaltshilfen bei einer Agentur angemeldet oder arbeiten auf eigene Rechnung. Der Arbeitgeber hat in diesem Fall keine Ausgaben und genießt gleichzeitig Steuervorteile. Ebenso wie beim Minijob-Beschäftigungsverhältnis kann er 20% der Ausgaben bei der Steuererklärung geltend machen. Anders als beim Minijob beträgt der Höchstbetrag hier sogar 600€ jährlich. Wie Sie letztendlich Ihre Haushaltshilfe einstellen möchten, ist Ihnen überlassen. Allerdings spricht der erhebliche Steuervorteil für den Arbeitgeber eindeutig für die Beschäftigung einer selbstständigen Haushaltshilfe. Insbesondere hinsichtlich der Qualität und Sicherheit ist die Beschäftigung einer Haushaltshilfe über eine Agentur empfehlenswert. Durch qualifiziertes und kontinuierlich geschultes Personal wird Ihnen ein Höchstmaß an Qualität und Sicherheit gewährleistet. Ferner fungiert die Agentur als Ansprechpartner und steht Ihnen bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Ganz gleich wie Sie sich entscheiden, eines ist sicher: Eine illegale Beschäftigung lohnt sich nicht, denn der Staat belohnt Ehrlichkeit mit attraktiven Steuernachlässen.