Eine Kündigung ist immer unangenehm, besonders wenn man sie dem eigenen Personal wie zum Beispiel der Haushaltshilfe aussprechen muss. Doch ebenso wie die Vertragsschließung gehört auch die Kündigung zur Pflicht jedes Arbeitgebers. Das gilt für im Privathaushalt Angestellte ebenso wie für Angestellte in anderen Unternehmen. Worauf Sie bei der Kündigung Ihrer Haushaltshilfe achten sollten, erfahren Sie hier.

Kündigungsschreiben – was zu beachten ist

Bevor Sie ein Kündigungsschreiben verfassen, ist es wichtig, die Vertragsdetails genau zu kennen, zum Beispiel die Kündigungsfrist. Die Kündigung selbst sollte alle wichtigen Daten vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer bzw. von der Haushaltshilfe enthalten. Passende Kündigungsvorlagen gibt es zahlreich zum Download im Internet, Sie können die Kündigung aber auch selbst verfassen. Zu den unbedingt erforderlichen Daten gehören die Adresse des Arbeitgebers und Arbeitnehmers sowie ein Termin, zu dem die Kündigung gültig wird. Natürlich unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Kündigungsfrist. Auch Datum, Ort sowie Unterschrift sind nötig, damit die Kündigung rechtswirksam wird.

Kündigungsschreiben der Haushaltshilfe persönlich übergeben?

©123rf.com

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Sie können das Kündigungsschreiben Ihrer Haushaltshilfe persönlich übergeben oder auch postalisch zusenden. Bei beiden Wegen empfiehlt sich eine bestimmte Vorgehensweise. Bei der persönlichen Überreichung sollten Sie sich immer eine schriftliche Quittung mit Unterschrift und Datum der Haushaltshilfe geben lassen, damit Sie einen Beleg darüber haben, dass die Kündigung auf jeden Fall fristgerecht angekommen ist. Denn rechtskräftig ist eine Kündigung immer erst dann, wenn Sie beim Arbeitnehmer eingetroffen ist. Wählen Sie den schriftlichen Versand des Kündigungsschreibens, sollten Sie es möglichst per Einschreiben mit der Zusatzoption „Rückschein mit Unterschrift“ versenden. Nur so erhalten Sie einen Beleg, dass das Kündigungsschreiben definitiv beim Empfänger angekommen ist. Ist eine Kündigung laut Vertrag zum Beispiel immer zum jeweiligen Monatsende möglich, muss die Kündigung bereits am letzten Tag des Monats bei der Haushaltshilfe angekommen sein. Kommt die Kündigung dagegen erst zum 1. eines Monats an, verlängert sich die Kündigungsfrist dann um einen Monat. Wichtig ist auch, dass Sie darauf achten, dass der letzte Tag des Monats nicht auf ein Wochenende oder Feiertag fällt. Denn der Eingang muss immer spätestens am letzten Werktag des Monats zugehen, damit eine Kündigung zum Monatsende des darauffolgenden Monats möglich wird. Haben Sie im Vertrag eine Sonderregelung bezüglich der Kündigungsfrist getroffen, ist diese ebenfalls einzuhalten.

Wann gilt für Ihre Haushaltshilfe Kündigungsschutz?

Auch für Haushaltshilfen gelten die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Kündigungsschutzes. Sollte Ihre Hauswirtschafterin oder Nanny schwanger oder krank sein, dürfen Sie ihr erst nach Ablauf des Mutterschutzes bzw. bei Krankheitsende kündigen. Auch nach einem Unfall gilt Kündigungsschutz. Zum Beispiel, wenn sich Ihr Haushaltspersonal in Ihrem Haushalt verletzt hat, dürfen Sie ihr in dieser Zeit nicht kündigen.

Probleme nach der Kündigung

Bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses sind Sie als Arbeitnehmer aber auch die Haushaltshilfe verpflichtet, weiter Ihren Pflichten nachzugehen. Es besteht die Möglichkeit, bis Vertragsende die Haushaltshilfe freizustellen, ein Recht darauf besteht allerdings nicht. Funktioniert eine Zusammenarbeit nach Ausspruch der Kündigung überhaupt nicht mehr und kommt es sogar zu Streitigkeiten über den Kündigungsgrund, ist es ratsam, sich rechtliche Unterstützung einzuholen. Für diesen Fall gibt es die Arbeitgeber-Rechtsschutzversicherung, die Sie unbedingt abschließen sollten, wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen. Denn auch wenn es sich nur um eine Haushaltshilfe für Ihren Privathaushalt handelt, kann ein Rechtsstreit enorme Kosten verursachen, die mit dieser Versicherung jedoch meist abgedeckt sind.

Weiterführen des Arbeitsverhältnisses

Trotz Ausspruch der Kündigung kann die Haushaltshilfe nicht einfach ihre Arbeit einstellen. Auch im Privathaushalt gilt, dass sie ihre Arbeit bis zum offiziellen Vertragsende wie vereinbart ausführen muss. Überlegen Sie für diese Zeit genau, ob Sie sich eine weitere Zusammenarbeit in Ihrem Haus trotz Kündigung vorstellen können oder ob Sie lieber eine Freistellung bei Lohnfortzahlung wählen. Je nachdem, warum Sie der Haushaltshilfe gekündigt haben, ist eine Fortführung der Tätigkeit möglich oder eine Freistellung sinnvoller. Eventuell sind auch noch einige Urlaubstage offen, die Sie am Ende des Arbeitsverhältnisses gewähren können.

Trotz Kündigungsschreiben immer professionell bleiben

Auch wenn es schwer fällt, weil zum Beispiel einige Probleme im Arbeitsverhältnis aufgetreten sind – bleiben Sie möglichst professionell und sachlich im Umgang mit Ihrer Haushaltshilfe, um weiteren Streit zu vermeiden und das Arbeitsverhältnis ordentlich zu Ende zu führen. Im besten Fall können Sie sich einfach an Ihren Ansprechpartner in der fachmännischen Vermittlungsagentur wenden und das kompetente Unterstützung  suchen.