Wenn Sie eine Putzfrau oder Haushaltshilfe beschäftigen wollen, sollten Sie im Vorfeld genau abklären, welche Rechte und Pflichten diese im Rahmen der Beschäftigung erfüllen muss und welche Tätigkeiten nicht zu ihren Aufgabengebieten gehören.

Typische Aufgaben einer Haushaltshilfe

Eine Haushaltshilfe kann verschiedene Tätigkeiten übernehmen, von einfachen Putzarbeiten bis hin zur kompletten Erledigung des Haushalts. Was alles dazu gehört, sollten Sie bei der Einstellung einer Haushaltshilfe genau festlegen und am besten auch schriftlich im Vertrag festhalten, damit es später keine Missverständnisse gibt. Üblich sind meist Putzarbeiten wie Staubwischen, Staubsaugen und Aufräumen, aber auch die Grundreinigung von Küche und Bad gehört oft dazu, nicht zu vergessen das Reinigen der Fenster, was je nach Anzahl der Fenster einen besonders großen Zeitaufwand darstellt. Auch Müll entsorgen, Mülltüten wechseln, Betten neu beziehen, Pflanzen gießen, den Hausflur reinigen gehören zu den üblichen Verrichtungen einer Haushaltshilfe. Am besten legen Sie gemeinsam mit der Putzhilfe bzw. dem Haushaltsservice eine Liste von Aufgaben fest, die in der vereinbarten Zeit ausgeführt werden sollen. Extraarbeiten wie Bügeln, Wäsche waschen, Kochen und Ähnliches können, müssen aber nicht zwangsläufig zu den Aufgaben der Haushaltshilfe gehören. Auch diese Inhalte sind im Vertrag festzuhalten, falls gewünscht.

Was Ihre Haushaltshilfe nicht tun muss

Eine Haushalts- oder Putzhilfe sollte direkt mit dem Reinigen oder anderen Tätigkeiten beginnen können. Hinderlich wäre hier eine sehr unaufgeräumte Wohnung mit herumliegendem Spielzeug und Kleidungsstücken, die das Putzen erschweren bzw. ein vorheriges Aufräumen nötig machen. Entweder räumen Sie die Wohnung vor dem Eintreffen der Haushaltshilfe so auf, dass diese direkt mit Ihrer Arbeit beginnen kann oder Sie regeln die Extrazeit zum Aufräumen vertraglich, sodass diese Zeit ebenfalls vergütet wird.

©123rf.com

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Einkaufen, Babysitting, Tierbetreuung

Natürlich kann es mal sein, dass Sie Ihre Haushaltshilfe zum Beispiel mit dem Einkauf von Putzmitteln oder anderen Dingen betrauen. Generell gehören allerdings Einkäufe nicht zu den typischen Aufgaben, es sei denn, Sie legen das vertraglich vorher fest. Wenn Sie eine Hauswirtschafterin benötigen, die neben dem Haushalt auch noch Ihre Kinder, Haustiere und Einkäufe managet, sollten Sie explizit eine solche Person einstellen, die dazu bereit ist. Sind diese Tätigkeiten Teil des Arbeitsvertrages, können sie mit ausgeführt werden. Keinesfalls sollten Sie diese Tätigkeiten erwarten, ohne dass vorher genau abzusprechen, wenn Sie die Haushaltshilfe eigentlich nur für Putzarbeiten eingestellt haben. Einer späteren Vertragserweiterung steht natürlich nichts im Weg, wenn beide Seiten damit einverstanden sind.

Besonders schwere Putzarbeiten sollten extra geplant und vergütet werden

Kommt Ihre Haushaltshilfe nur einmal pro Woche für 3 Stunden zum Putzen, sollten Sie in dieser Zeit keine Tätigkeiten verlangen, die über das normale Putzmaß hinausgehen. Dazu gehören zum Beispiel die Grundreinigung eines Backofens oder auch das intensive Putzen des Kühlschranks, das Reinigen der gesamten Küche von innen und außen, aber auch andere aufwendige Zusatzaufgaben wie Fensterputzen. Für diese Tätigkeiten sollten Sie einen Extra-Termin vereinbaren, zum Beispiel einmal monatlich.

Schwere Lasten heben

Ebenfalls nicht zu erwarten sind Tätigkeiten, die körperlich extrem anstrengend sind. Dazu gehört zum Beispiel das Verschieben von sehr schweren Möbeln oder Kisten. Hier sollten Sie sich immer professionelle Unterstützung holen oder auch selber mit anpacken. Schließlich soll sich Ihre Haushaltshilfe während dem Arbeiten nicht verletzen. Das Gleiche gilt auch für die Erreichbarkeit bestimmter Dinge. Haben Sie zum Beispiel eine Dachgeschosswohnung mit schwer erreichbaren Dachfenstern, sollten Sie lieber einen professionellen Fensterreiniger beauftragen, statt Ihre Haushaltshilfe auf einer wackeligen Leiter zum Putzen zu überreden. Auch das Kochen der täglichen Mahlzeiten gehört in der Regel nicht zu den Tätigkeiten einer Haushalts- und Putzhilfe, sofern das nicht explizit vereinbart wurde, sondern fällt in den Bereich einer Privatköchin.

Was sonst noch geregelt werden sollte

Wichtig ist, dass Sie festlegen, wann und wie lange die Haushaltshilfe in Ihrem Haushalt zur Erledigung ihrer Tätigkeiten anwesend ist. Sollten Sie in dieser Zeit außer Haus sein, kann der Haushaltshilfe ein Schlüssel zur Verfügung gestellt werden. Die nötigen Reinigungsmittel sind für diese Zeit bereitzustellen, ebenso wie Putzgeräte und Ähnliches.

Welche Rechte eine Haushaltshilfe hat

Ob Minijobber oder Teilzeitangestellte – eine Haushaltshilfe hat Rechte, die allerdings von vielen nicht in Anspruch genommen werden. Wie jeder andere Arbeitnehmer auch, hat eine Haushaltshilfe Anspruch auf bezahlten Urlaub, Feiertagsbezahlung und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Auch wenn die Arbeit auf geringfügiger Basis läuft, jede Haushaltshilfe hat Anspruch auf diese Leistungen. Leider sind diese oft weder den Arbeitgebern und oft auch den Haushaltshilfen nicht bekannt. Am besten werden diese Dinge vertraglich festgelegt, wie es beispielsweise eine professionelle Vermittlungsagentur von Hauspersonal gewährleistet, sodass sich beide Seiten daran halten müssen.